Gastbeitrag – Wohnen im Jahr 2025: 5 Chancen für den Erfolg Ihres Unternehmens in der “Always @ Home”-Ära

Intelligente Wohnumgebungen, virtuelle Realitäten, wachsende Bandbreiten und ein Umdenken im Besitz- und Nutzungsverhalten – neue Wohnbedürfnisse werden den Markt für Bauen, Wohnen und Einrichten in den nächsten Jahren verändern. Eine Generation, die im ständigen Kontakt mit ihrem Zuhause stehen möchte, stellt neue Ansprüche an Bauherren, Vermieter, Hersteller und Dienstleister. Die “Always @ Home”-Ära eröffnet Unternehmen zahlreiche Chancen. Hier fünf interessante Ansätze, wie Ihr Unternehmen vom Internet der Dinge und Dienste profitieren kann.

1. Sharing-Plattformen

“Warum etwas besitzen, das man nur selten braucht?” Diese Frage werden sich in Zukunft immer mehr Menschen stellen. “Nutzen statt besitzen” ist die Devise, nach der sich der Erwerb von und der Umgang mit Gütern verstärkt richten wird. Das Ziel, Ressourcen zu schonen, aber auch soziale Aspekte spielen in der Shareconomy eine bedeutende Rolle.

Auf Sharing-Plattformen geteilt werden zum Beispiel Werkzeuge, Leitern, Staubsauger, Rasenmäher oder Küchengeräte. Bau- und Heimwerkermärkte können hier eine junge, an ökologischer Nachhaltigkeit orientierte Zielgruppe erschließen. Sharing bietet aber auch die Möglichkeit, preisgünstige Wohnalternativen in gefragten Innenstadtlagen zu schaffen. Nur selten oder rein funktional genutzte Räume wie Küche, Arbeits- oder Gästezimmer könnten ‘geshared’ werden.

2. Umgebungsintelligenz und adaptive Assistenzsysteme

Sensorik und Messtechnik mit intelligenter Regelung werden einer der Kernmärkte des zukünftigen Wohnens sein. Das intelligente Zuhause von morgen ist ein aufmerksamer Beobachter. Es misst, wertet aus und erstellt Verhaltensprofile seiner Bewohner. Daten sind im Smart Home eine Schlüsselressource. Auf ihnen werden zahlreiche neue Dienstleistungsangebote basieren. So übermitteln wir in Zukunft beispielsweise automatisiert Gesundheitsdaten an unseren Hausarzt oder werden per Nachricht  über ungewöhnliche Vorgänge informiert, wenn wir nicht zuhause sind.

Lösungen aus den Bereichen Umgebungsintelligenz und adaptive Assistenzsysteme eröffnen Chancen in den Feldern Pflege, Gesundheit, Wellness, Ergonomie und Ambiente. Unternehmen können mit entsprechenden Monitoring-Systemen eines der Grundbedürfnisse des Menschen adressieren: Sicherheit!

3. Smart Energy

Die Erzeugung und Nutzung regenerativer Energien, eine höhere Energieeffizienz der Gebäude und smarte Energiemanagement-Lösungen sind ein wichtiger Baustein des Wohnens der Zukunft. Wir werden zugleich Energieverbraucher und -erzeuger sein, etwa durch die Einspeisung von Solarenergie ins Netz oder Energy-Harvesting-Technologien, die den kabel- und batterielosen Einsatz von Schaltern und Sensoren im Smart Home ermöglichen.

Es wird ein intelligentes Stromnetz entstehen, das unsere Waschmaschine automatisch startet, wenn es gerade günstig ist zu waschen, und die Batterien unserer Elektrofahrzeuge als Zwischenspeicher nutzt. Innovative Smart Energy Services ermöglichen es etablierten Unternehmen und Start-ups gleichermaßen, ihren Kunden Lösungen mit Mehrwert zu bieten.

4. Virtual Ambience und 3D-Druck

Während heute bereits Showrooms existieren, in denen Kunden Räume mit Möbel, Designs und Farben virtuell konfigurieren können, ist es denkbar, dass entsprechende Technologien in Zukunft im Smart Home selbst Einzug halten. Zumindest dort, wo es um das Ambiente und nicht die Funktionalität geht. Tatsächlich genutzte Möbel wie Bett oder Esstisch könnten mit rein virtuellen Möbeln und Wohnaccessoires kombiniert werden. 3D-Projektionen und Augmented-Reality-Brillen werden hier innovative Designs und neue Interaktionsmöglichkeiten eröffnen.

In einigen Jahren wird es auch möglich sein, sich solche Designs mit dem eigenen 3D-Drucker bei Bedarf zuhause auszudrucken. Das werden zunächst einfache Wohnaccessoires wie Vasen oder Schalen sein, später dann auch Möbel wie Stühle oder Tische. Virtual Ambience und 3D-Druck haben ein hohes Disruptionspotenzial – und noch ist völlig offen, wer in diesem Markt das Rennen machen wird.

5. Pay-as-you-use und Living-as-a-Service

Nutzungsbasierte Preismodelle, vom einzelnen Haushaltsgerät bis hin zum komplett eingerichteten Smart Home, gewinnen an Bedeutung. Je mehr Geräte mit Sensoren ausgerüstet und miteinander vernetzt werden, umso ‘quantifizierbarer’ wird das Wohnen des Einzelnen. Im ‘Quantified Home’ wird es möglich sein, exakte Nutzungsprofile zu erstellen, auch aufgeschlüsselt nach den verschiedenen Bewohnern.

Vorstellbar wären ‘Verbrauchsabrechnungen’, die alles inkludieren: Miete, Energieverbrauch, Gerätenutzung, Smart-Home-Dienstleistungen, Lebensmittellieferungen, Reinigungsservices, Versicherungen etc. Der Kunde kann sich individuelle Rundum-sorglos-Pakete aus den für ihn relevanten Modulen zusammenstellen. Solche Living-as-a-Service-Angebote dürften mittel- bis langfristig verstärkt nachgefragt werden.

Chancen gibt es viele, sie müssen nur wahrgenommen und umgesetzt werden.
Have a Bright Future!

 

Gastbeitrag verfasst von Gregor Schiffer von der FutureManagementGroup AG, einem Unternehmen für Zukunftsmanagement

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