Ding Dong 2! Wenn das “Internet of Things” zweimal klingelt

Letzte Woche gestaltete ich einen Beitrag, der das Internet der Dinge erklärt und mögliche Vorteile beleuchtet. Die Charakteristik vom Internet of Things, kurz “IoT”, ist die Interaktivität zwischen Dingen. Somit können Gegenstände in Zukunft menschliches Kommunikationsverhalten erlernen. Diese Dinge werden, nach entsprechender Ausstattung mit Sensoren und weiterer Technik, sehen, sprechen und zuhören können. Eine Lampe könnte also nicht nur leuchten, sondern auch als Alarmsystem verwendet werden. Einbrecher werden durch Bewegung “gesehen” und ein automatischer Notruf wird bei der Polizei abgesetzt. Die neuen Anwendungsmöglichkeiten bringen also sehr viele Vorteile mit sich. Doch auf den zweiten Blick sollten auch die Herausforderungen und Kritikpunkte beachtet werden.

Herausforderungen der Entwickler

Das Internet of Things steckt noch in seinen Kinderschuhen. Wie bei jedem Innovationsprozess entwickeln sich derzeit viele unterschiedliche Gebrauchsanwendungen. Damit ein Produkt massentauglich wird, sollten sich Entwickler auf einen Standard einigen. Es gibt heute zahlreiche Standards, die auf der ganzen Welt haargenau gleich verwendet werden. Ein Beispiel dafür ist der USB-Anschluss. Beim Internet of Things wird derzeit sehr viel experimentiert. Daher wird die Etablierung eines Standards noch einige Zeit auf sich warten lassen… Das wiederum erhöht die Anschaffungskosten für den Nutzer. Das Internet of Things wird aber erst dann wirklich sein volles Potential ausschöpfen, wenn möglichst viele Dinge partizipieren.

Kritik am Internet of Things

Die wohl größte Herausforderung für das Internet of Things ist der Interessenskonflikt zwischen Benutzer und Nutzniesser. Klarerweise möchten Benutzer möglichst wenig private Daten preisgeben. Andererseits haben Politik und mächtige Konzerne großes Interesse an diesen Daten, da diese Informationen die Beeinflussung der Menschen und die Vermarktung ihrer Ideen, Ideologien sowie Produkte deutlich erleichtern.
Ein weiterer Kritikpunkt ist die fragwürdige Sicherheit dieses neuen Netzwerks. Da ganze Systeme zentral gesteuert werden, sind schlecht gesicherte Netzwerke einfach zu hacken. IBM warnt bereits heute vor fehlendem Bewusstsein.
Der Mensch könnte sich, abgesehen von der Steuerung von Poltik und Konzernen, in eine unumkehrbare Abhängigkeit von diesem Netzwerk begeben. Da die Software viele Entscheidungen für uns trifft, verlieren wir  langfristig diese wertvolle Fähigkeit. Da die Software durch Verhersagbarkeit und Abgleich mit einer Fülle von Daten tatsächlich bessere Entscheidungen trifft als wir Menschen, verlieren wir das Vertrauen in unseren Instinkt. Damit begeben wir uns vollständig in die Steuerung von Algorithmen, Politik und Konzernen. Vielleicht sollten wir  uns wieder einmal Georg Orwell’s 1984 zu Gemüte führen? Ob das die richtige Richtung ist?

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